[Tag 5] Prag – Neue Stadt, neue Orientierung…

platzderrepublik05. Juli 2015

Und dennoch bleibt eines gleich: Das Sprachproblem. Denn Prag ist scheint ebenso unfähig gewisse Dinge auf Englisch aus zu schildern wie es Budapest war.

 

Wie dem auch sei, es konnte mich eigentlich nichts mehr erschüttern, nachdem ich die Busfahrt von Budapest nach Prag überstanden hatte. Eigentlich wäre diese Fahrt noch einen eigenen Beitrag wert oder auch nicht…

Nachdem ich um 5:45 Uhr am Prager Busbahnhof „Florenc“ angekommen war, völlig übermüdet, ging das Desaster schon direkt los. Ich kann einfach nicht nachvollziehen, wieso man in großen europäischen Städten den Geldautomaten nicht besser kennzeichnet. Nein, stattdessen lässt man die Touristen von A nach B tappeln, nur um dann wieder nach A geschickt zu werden, weil der Geldautomat bei B „out of order“ ist. Nun ja, nachdem ich dann Geld erhalten hatte, musste ich natürlich ein Ticket für die Metro kaufen. Niedlich, diese kleinen orangen Fahrscheinautomaten, die vermutlich wirklich noch aus dem letzten Jahrhundert übrig geblieben sind und folglich, man ahnt es, natürlich auch nur Münzgeld annahmen. Das Ganze kam mir so langsam bekannt vor, denn ich verfügte selbstverständlich noch über keinerlei Münzgeld. Und natürlich befand sich der Fahrscheinautomat auch unten an den Gleisen und nicht oben am Tageslicht. Wenn man aber unten erst feststellt, dass der Automat weder Scheine noch Kreditkarte annehmen würde, bedeutete das im Umkehrschluss, dass man mit seinem gesamten Geplöngel wieder nach oben laufen musste. (Treppen, keine Rolltreppen oder Fahrstühle…) Ich ging in das nächste Kiosk, kaufte aus Verlegenheit irgendein Sandwich, obwohl ich gar keinen Hunger hatte, und bat die Kassiererin doch möglichst Münzgeld zurück zu geben. Für den Fahrschein. Sie wies mich freundlichst daraufhin, dass ich den Fahrschein auch direkt bei ihr erwerben könne. Super, so machten wir das. Ich ging dann meines Weges erneut eine bzw. zwei Etagen tiefer und dann ging es los. Es gibt hier in Prag drei zentrale Metrolinien, die sich alle an verschiedenen Punkten treffen und kreuzen und überhaupt. Meine Vermieterin, bei der ich ein Zimmer gebucht hatte, hatte mir im Vorfeld meiner Anreise bereits Informationen zur Wegbeschreibung gemailt. Doch ich hatte das Gefühl, dass alle Stationen sich namentlich sehr ähneln und wusste zunächst nicht, in welche Richtung ich fahren musste. Dachte ich mir, ich könnte mal jemanden fragen und dann hat man als Tourist ja inzwischen schon so einen gewissen Blick dafür, wen man wohl am besten um Rat fragen könnte. Ich entschied mich für eine junge Studentin, die mir auch sehr nett weitergeholfen hat. Der Rest meiner Fahrt gestaltete sich überraschend einfach. Ich musste noch einmal umsteigen und schon war ich am Ziel angelangt.
Meine Vermieterin begrüßte mich, etwas verschlafen, und zeigte mir kurz die Wohnung. Anschließend habe ich erst einmal geduscht und dann ein paar Stündchen vor mich hin geschlummert.

Doch gegen Mittag habe ich mich dann auf den Weg in die Stadt gemacht und wollte auch hier erst einmal eine Touristen Information ansteuern. Immerhin scheint es hier in der Stadt mehrere zu geben, denn die erste hatte prompt geschlossen. Als ich dann endlich eine weitere gefunden hatte, stattete ich mich mit Informationsmaterial aus und ließ mich im amerikanischen Lieblingscafé nieder. (Man muss es auch einfach mal so sehen, die haben guten Kaffee, kostenloses W-LAN und meistens Klimaanlage und alle drei Faktoren konnte mir der Nachtbus NICHT bieten…)

jsynagogeNachdem ich mir einen ersten Überblick verschafft hatte, ging es vom Wenzelsplatz aus Richtung Jerusalem Synagoge. In Prag gibt es sogar mehrere Synagogen, die ich vermutlich aber nicht alle besichtigen werden kann.
Anschließend bin ich zum Platz der Republik (er verbindet die Altstadt mit der Neustadt) gelaufen und habe mich dort für ein kleines Abendessen nieder gelassen. Somit klang mein erster Tag in Prag aus und jetzt gilt es die Liste der Sehenswürdigkeiten abzuarbeiten.