[Tag 10] Kopenhagen – Endlich wieder Sonne

marmorkirche

10. Juli 2015

Mein letzter Tag in Kopenhagen war dann glücklicherweise doch noch mit Sonnenschein gesegnet, sodass ich Einiges, von dem, was ich geplant hatte, doch noch ansehen konnte.  Los ging es am Morgen in der David Sammlung, eine Kunstsammlung mit Werken des 18. und 19. Jahrhunderts.Nachdem ich mir dort alles in Ruhe angesehen hatte, habe ich einen Spaziergang Richtung Frederikskirche (Marmorkirche) gemacht und eigentlich wollte ich das Gebäude auch von innen besichtigen, dies war aber leider nicht möglich, da sie erst am Nachmittag öffnen würde. Also so viel Zeit hatte ich nun leider nicht, da ich ja noch ein bisschen was aufzuholen hatte. Somit bin ich am Schloss Amalienborg vorbei erneut Richtung Nyhavn. Von dort aus ging es mit dem Wasserbus weiter. Es gibt in Kopenhagen zwei Wasserbus-Linien, die man nutzen kann, wenn man ohnehin ein Tagesticket für die Metro hat. Lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn es bei Sturm und Wind schon recht wackelig war. Für mich kleinemeerjungfrauging es Richtung “Kleine Meerjungfrau”, dem Wahrzeichen Kopenhagens. Und da diese Statue doch weiter außerhalb liegt, lohnt sich die Fahrt mit dem Wasserbus.

Am Nachmittag ging es dann ebenfalls mit dem Wasserbus weiter Richtung Christianshavn, einem Stadtteil Kopenhagens. Dort befindet vonfrelserskirchesich unter anderem die Von Frelsers Kirke, die ich besichtigen konnte und der Freistaat Christiana. Hierbei handelt es sich um eine vom Staat geduldete, selbstorganisierte Kommune, die in den vergangenen Jahren zur Touristenattraktion geworden ist. Warum? Weil es ein Stadtteil ist, in dem u.a. keine Autos erlaubt sind. Und Fotos, die sind auch nicht erlaubt und es wird strengstens darauf geachtet, dass nicht doch ein Tourist heimlich seine Kamera oder sein Handy zückt, um ein Foto zu machen. Doch warum eigentlich diese Heimlichtuerei? Eigentlich könnte man doch stolz auf diesen Stadtteil sein, in dem es viele kleine Geschäfte sowie eine Art Kunsthandwerkermarkt gibt… Ist man vermutlich auch, aber vor allem ist man scheinbar stolz darauf, dass hier noch Hanf angebaut und anschließend unters Volk gebracht wird. Es wird durch Plakate ganz offensichtlich darauf aufmerksam gemacht und man bekommt auch das ein oder andere Tütchen angeboten. Ich war mir nicht so ganz sicher, was ich davon halten sollte. Im Prinzip ist es vielleicht ganz gut, dass Drogen dann nur an diesem Ort verkauft werden und man nicht in der gesamten Stadt angesprochen wird. Andererseits sind es halt Drogen und darüber muss man nicht diskutieren. Auch wenn es “nur” Hasch ist, so genau hat das wohl auch niemand unter Kontrolle, daher kann man sicher davon ausgehen, dass noch die ein oder andere Droge angeboten wird. Das Schöne an meinem kleinen Streifzug durch dieses Viertel waren die vielen Straßenmusiker, die nicht unbedingt nur aus finanziellen Aspekt Musik gemacht haben. Doch der bittere Beigeschmack bleibt leider, denn man wird den Eindruck nicht los, dass irgendwie alle Menschen, die dort leben “dauer high” sind und mittendrin leider auch viele Kinder, die in diesem Umfeld aufwachsen. Doch wie gesagt, dieses Viertel ist sicherlich ganz nett, um es mal gesehen zu haben, aber abends würde ich dort nicht gerne unterwegs sein. Irgendwie wäre das doch etwas beängstigend.

christianshavnNach diesen Eindrücken war es Zeit für ein spätes Mittagessen oder ein frühes Abendessen. Ich musste noch ein wenig Münzgeld loswerden und entschied mich somit für Wok. Bei thailändisch kann ja meistens nichts falsch machen, außer vielleicht zu viel Geld zu bezahlen. Mein Gericht kostete umgerechnet rund 11,00 €, aber dafür war es auch sogenanntes “organic food”, also alles frisch zu bereitet und so… Nun ja, geschmeckt hat es zum Glück…
Anschließend noch zwei Kugeln dänisches Eis (auch sehr “organic” wenn nicht sogar vegan, bin ich mir nicht mehr sicher) und ein schöner Spaziergang durch Kopenhagen. Noch ein bisschen durch die Geschäfte gebummelt und dann zurück ins Hostel. Packen und früh schlafen gehen. Nächster Halt ist Stockholm und da werde ich insgesamt 12 Stunden mit dem Bus unterwegs sein…